15 Jahre hessische Europaschulen
Festakt im Bürgerhaus in Obervellmar
anlässlich der Grundsatztagung am 30. und 31. August 2007

Text: Dr. Jürgen Charnitzky
"Der europäische Traum" Nachdem Herr MinRat Schwarz zur Eröffnung des von ihm moderierten Festakts im Bürgerhaus Obervellmar die geladenen Gäste und Festredner, den Staatssekretär im hessischen Kultusministerium Joachim Jacobi und den englischen Sprachwissenschaftler David Graddol, begrüßt hatte, hielt Herr OStD Joachim Scheerer in seiner Eigenschaft als Mitglied des Organisationskomitees und Vorsitzender der GeB eine kurze Ansprache, in der er die in 15 Jahren zusammengewachsene Gemeinschaft der Europaschulen als "Europaschulfamilie" bezeichnete. Mit Bezug auf Jeremy Rifkins Essay "Der europäische Traum", in dem die Europäische Union mit ihren Prinzipien der Kooperativität, sozialen Verantwortung und Polyperspektivität, mit ihrem Gemisch aus Individualismus und Mehrfachidentitäten als zukunftsweisendes Gegenmodell zum "American Dream" präsentiert wird, stellte Herr Scheerer den bisher mit großem Engagement aller Beteiligten geleisteten Beitrag der Europaschulen heraus, die junge Generation auf die in Europa liegenden Chancen und Herausforderungen angemessen vorzubereiten und damit letztlich mitzuhelfen, eine menschenwürdige, gerechte Welt aufzubauen.
"Europaschulhymne" Begleitet von einem kleinen Musikensemble aus Keyboard, 2 Gitarren und Schlagzeug trug ein 200köpfiger Schülerchor der Kopernikusschule Freigericht unter Leitung von Herrn Musikdirektor Gerhard Zellmann die gemeinsam von Kollegen der Kopernikusschule und der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in Rödermark komponierte "Europaschulhymne" vor. Anschließend überreichte Frau OStD Dörr Herrn Staatsekretär Jacobi eine CD mit einer Aufnahme des Chorvortrags.
"Erfolgsgeschichte" Staatssekretär Jacobi, der gleichzeitig als ehemaliger Leiter einer Europaschule, der König-Heinrich-Schule in Fritzlar, sprechen konnte, nannte die noch junge Geschichte der hessischen Europaschulen gleich zu Beginn eine "Erfolgsgeschichte". Mit ihrem weit gefächerten Sprachenangebot und variierten Sprachenfolgen, mit bilingualem Sachfachunterricht, thematisch orientierten Austauschprogrammen und Partnerschaften mit Schulen im Ausland, der Teilnahme an internationalen, insbesondere europäischen Programmen und Wettbewerben sowie interkulturellen Projekten hätten die hessischen Europaschulen eine Vorreiterrolle übernommen und neue Maßstäbe gesetzt, die Ansporn und Modell auch für andere Schulen des Landes geworden seien. Das hessische Europaschulprogramm habe auch bundesweit große Resonanz gefunden und die mittlerweile in zwölf Bundesländern existierenden Europaschulen und deren Konzepte nachhaltig beeinflusst. Ausdrücklich dankte er allen, die an der Umsetzung und Weiterentwicklung des Europaschulprogramms und der im Europäischen Curriculum gesetzten Ziele mitgearbeitet haben und weiter mitarbeiten und wünschte den hessischen Europaschulen mit Blick auf die 2009 anstehende Neuzertifizierung, dass sie auch in Zukunft für Ihre Schülerinnen und Schüler und für alle Schulen in Hessen ihrer innovativen Funktion und interkulturellen Aufgabe gerecht werden.
Some Global Trends in English Language Learning In seinem anregenden, mit britischem Humor gewürzten Festvortrag über Some Global Trends in English Language Learning analysierte der englische Sprachwissenschaftler David Graddol Ursachen und sozialökonomische Implikationen der weltweiten Ausbreitung des Englischen als lingua franca im Zuge der namentlich in den Dienstleistungsbereichen rasant fortschreitenden Globalisierung - eine Entwicklung, die auch das Unterrichten und Erlernen der englischen Sprache vor neue Herausforderungen stellt. Graddols Vortrag basiert im Kern auf seiner 2006 im Auftrag des British Council herausgegebenen Studie English Next, die kostenlos als pdf-Datei auf folgender URL heruntergeladen werden kann:
http://www.britishcouncil.org/learning-research-english-next.pdf

Fotos: Winfried Sommer, Kopernikusschule Freigericht